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„Die vorzüglich kräftigen Menschen, welche ausschließlich Fischerei betreiben, weichen in ihren Beschäftigungen, ihren Sitten und ihrer Lebensweise von den übrigen  Bewohnern der Stadt ab. Sie bilden nicht nur durch ihre zünftige Verfassung, sondern auch durch ihre Privatverhältnisse einen ganz abgeschlossenen Verein …“. So hieß es einst in einer Beschreibung über die Holmer.

Inzwischen hat sich vieles verändert Es gibt zwar immer noch Fischer und die Fischerzunft auf dem Holm; es gibt aber darüber hinaus eine Bevölkerungsstruktur, die im Vergleich zum übrigen Teil der Stadt Schleswig, was die Vielfältigkeit der ausgeübten Berufe angeht, nicht auffällig abweicht. Sie weicht aber sehr wohl ab durch die geschlossene Wohnlage und gepflegte Traditionen, insbesondere in der seit 1650 bestehenden Holmer Beliebung.

Das Gründungsjahr 1650 lag zwei Jahre nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges. Während und nach dieser Katastrophe wurde auch Schleswig durch herumziehende Truppen und deren Gefolge zu einem unsicheren und lebensgefährlichen Ort. Diese Menschen brachten Seuchen in die Stadt, die sich durch die schlimmen hygienischen Verhältnisse der damaligen Zeit schnell verbreiteten. Entsetzliche Höhepunkte dieser Jahre und Jahrzehnte waren  mehrere Pestepidemien, die unzählige Todesopfer forderten. 

Die – wie es in alten Überlieferungen  heißt – „giftige Seuche der Pestilenz“ hatte dermaßen um sich gegriffen, dass christliche und damit nach damaliger Auffassung „ehrliche“ Begräbnisse kaum noch möglich waren. Die vielen Toten wurden zumeist nachts schnell und lieblos verscharrt. Gegenseitiger Beistand und Nachbarschaftshilfe drohten in Vergessenheit zu geraten.

Vor diesem Hintergrund fanden sich auf dem Holm und anderen Schleswiger Wohnquartieren Männer „aus freiem Belieben“ – also ohne Anordnung der „Obrigkeit“ – zusammen, um den traurigen Zuständen zu begegnen, den Verstorbenen ein ehrbares und christliches Begräbnis sowie den Angehörigen Hilfe und Anteilnahme zu gewähren.

Rechtlich sind die Beliebungen  heute „Kleine Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit“. Aus dem bürgerschaftlichen Leben der Stadt Schleswig ist die Holmer Beliebung auch im 21. Jahrhundert nicht wegzudenken. 

Eine lebende und aktive Gilde wie unsere Beliebung, deren Mittelpunkt der in ihrem Eigentum stehende Holmer Friedhof ist, fördert nachbarschaftliches Denken und Solidarität in unnachahmlicher Weise. In der Beliebung wird generationsübergreifend von den Alten gefordert, dass sie den Jungen Hilfe und Unterstützung geben, während die Jungen Verantwortung und Pflichten zu übernehmen haben.

In einer immer kleiner werdenden Welt ist für die Holmerinnen und Holmer schön, aber auch verpflichtend, dass es ihre Beliebung gibt, die einen festen Platz in ihrem Leben hat. 

Wir wollen alles daran setzen, damit das gute Werk unserer Vorfahren weiterhin erhalten bleibt.  
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Stand: 19.11.2016